// Wer ist Piratenpapst?


Eberswalde – eine typisch ostdeutsche Stadt. Kaum angekratzt, ranken Erichs Vermächtnisse aus dem Boden. Hier und da haben eine Hand voll Hausverwalter neue Farbe auf die grauen Plattenbauten aufgetragen um die soziale Brandnarbe ein bisschen bunter zu gestalten. Die wenigen Grünflächen werden nach wie vor gerne genutzt um den Hund zu erleichtern und das ein oder andere Bier zu schlürfen. Leises aber doch wahrnehmbares Vogelzwitschern, wird oft von Bullensirenen übertönt. Das klingt zwar nach Klischee, aber bessere Voraussetzungen gibt es für ostdeutschen Punkrock nicht. The Exploited tönt aus dem Kofferradio von Toni. „Eh David, meine Öke is gleich alle. Wir brauchen dringend Nachschub!“ – „Naja, mit den paar Aktien kommen wir höchstens auf vier Sterni‘s.“ Noch so viel Monat am Ende vom Geld war an der Tagesordnung. Also machten sich Toni und David auf zum nächsten Sternburghändler ihres Vertrauens und deckten sich reichlich mit Bier ein. Dass der Barcodescanner nur den Pfandbon gesehen hatte, störte die beiden Punks herzlich wenig. Stattdessen war die angestammte Parkbank im Visier. Nachdem das zweite oder dritte Bier (verdammt ich weiß es nicht genau, aber ist doch scheißegal – die Jungs waren auf jeden Fall mächtig angeheitert) vernichtet war, lallte David auf einmal: „Ey, Toni“ – „Wattn?“ – „Eigentlich (hicks), eigentlich ist der Papst der größte Pirat der Welt“. Toni grinst. „Na überleg doch mal. Der Papst plündert, raubt und mordet so wie es ihm passt! (hicks) Und das Beste daran: Keiner geht ihm auf den Leim!“ – „Stimmt, und vor allem hat der noch nen eigenen Staat um alles zu bunkern, die hinterlistige Sau die!“ – „Naja, dit is halt nen richtiger (hicks) Piratenpapst!“

Ein halbes Jahr strich ins Land. Neben den täglichen Genussmitteln tat sich nicht viel hinsichtlich der musikalischen Ergüsse. Gleiche Stadt, gleicher Bierdurst, gleicher Musikgeschmack aber einfach viel zu kalt um auf einer Parkbank zu hocken, wurde das Saufgelage kurzer Hand in einen ach so bunten Fünf-Stöckigen verlegt. Als „illegaler“ Einwanderer hat es sich Toni schon seit dreieinhalb Monaten in Kleini’s Königreich gemütlich gemacht. Die schwierigen alltäglichen WG-Aufgaben (Bier holen, Pfand wegbringen) wurden zu einer harten Zerreißprobe und die beiden hatten sich öfter in den Haaren. Nichts desto trotz war am Wochenende immer die halbe Eberswalder Punkrockmeute zu Besuch und wartete bei feucht fröhlicher Stimmung und lautem Knüppelpunk auf das Eintreffen der Ordnungshüter. Doch dieser eine legendäre Abend sollte anders enden: „Ey, Kleini. Wat is denn dit für nen Vogel? Kennste den Assi?“ fragte Toni. „Nicht wirklich, den hat Christian mit angeschleppt.“ Fettiges Haar, halb Metaler halb Punk und für viele augenscheinlich unsympathisch kam er auf Toni zu und reichte ihm die Hand. „Hi. Ich bin der Rob.“ – „Nabend“ – „Christian hat mir erzählt du hast einen Bassamp. Würdest du mir den ausleihen?“ – „Nee, ick kenn dich doch gar nicht“ [Filmriss] Ein lauter Schrei gefolgt von stark gepfefferten Beleidigungen hallte durch die spärlich eingerichtete Wohnung. Erst jetzt setzt Toni’s Gehirn wieder ein. Er bemerkt, dass er Rob gerade eine Gabel durch die Hand gestoßen hat. (Wie und warum es dazu kam, spar ich mir an dieser Stelle mal. Es gibt viel zu viele Versionen von der Geschichte und ich glaube alle sind nur halb wahr). Der restliche Abend verlief weniger schmerzhaft und letztendlich, voller angetrunkener Reue, verlieh Toni seinen Bassverstärker an Rob. Die Narbe ist übrigens bis heute einwandfrei zu sehen.

Ein paar Wochen später, Toni hatte inzwischen die ersten Proberäume von innen gesehen, kam David bei Kleini vorbei: „Hast du immer noch Bock ne Band zu gründen, Toni?“ – „Klar wieso nicht, ich kenn da auch nen Basser!“

Abgedroschene Bandbiografien gibt es viel zu viele. Hier ist eine weitere:

2007 – siehe oben
2007 bis 2012 – fröhliches Austauschen der Musiker und gekonntes Wechseln der Heimatstadt
2012 – erster Longplayer „Gegen den Sturm“


// Bandmitglieder


toni Toni

Mache seit 2007 Sänger in der Band Piratenpapst und freue mich immer neue Leute kennen zu lernen.


Struki Struki

Punkrock mache ich seit nunmehr 13 Jahren. Als Gitarrist war ich Gründungsmitglied von BTM. Piratenpapst und BTM pflegten schon seit 2008 eine innige Bandfreundschaft, weshalb es nicht verwunderlich das ich Ende 2010 bei Piratenpapst engagiert wurde. Nun kümmere ich mich um den technischen Hintergrund von der Webseite bis hin zu Albumproduktionen.


Panky Panky

Ich habe 2004, als ich 16 Jahr alt war, mit dem Gitarre spielen angefangen und in der Punkband "Freitod" bis 2006 gespielt. Seit 2007 spiele ich Gitarre bei Piratenpapst. Fahrer, Kassenwart und Spaßbombe ist mein Nebenberuf!


Pommez Pommez

Ich bin seit 2009 Schlagzeuger von Piratenpapst. Vorher war ich Gitarrist in der Band B.T.M.


Rob Rob

Ich habe in mehreren Bands in NRW bis 2006 Bass gespielt. Nach meinen Umzug nach Eberswalde habe ich zusammen mit Toni 2007 Piratenpapst gegründet und war dort bis 2009 als Bassist dabei - dann als Sänger und Bassist bei der Band Abriss aktiv. Nach dessen Auflösung 2011 bin ich wieder an meinen alten Platz als Bassist bei Piratenpapst
zurückgekehrt.